21. Janu­ar 2017

Neujahrsempfang der CDU Mayen: Gemeinsames Zusammenwirken statt emotionaler Populismus

Wenn man von etwas über­zeugt ist, dann ist nie nur der Kopf betei­ligt, son­dern immer auch der Bauch – dar­über wür­de ich gern mit Ihnen heu­te Abend spre­chen“ lei­te­te die CDU-Bun­­­des­­tags-Abge­­or­d­­ne­­te (MdB) Mecht­hild Heil ihre Anspra­che zum dies­jäh­ri­gen Neu­jahrs­emp­fang der Maye­ner CDU ein. Nicht über Köln, Ber­lin und Istan­bul, inne­re Sicher­heit, de Mai­zie­re oder Ober­gren­ze – und auch nicht über Ren­te oder Voll­zeit­stel­len wol­le sie die aktu­el­le Debat­ten­viel­falt ver­stär­ken. Es gel­te eher, Emo­tio­nen zu the­ma­ti­sie­ren, die in unse­ren „post­fak­ti­schen Zei­ten“ viel­fach Argu­men­te erset­zen.  Als emo­­ti­o­­nal-geprägt benann­te MdB Heil zahl­rei­che Bei­trä­ge aus den soge­nann­ten sozia­len Medi­en. Auch man­che Poli­ti­ker, die mei­nen, ‘zuspit­zen´ zu müs­sen, um gehört zu wer­den, bedien­ten sich sol­cher media­len Prä­senz: „Geschreib­sel, das die Gren­zen des Anstan­des ver­let­zend und hass­erfüllt über­schrei­tet, muss im Netz gelöscht und beim Schrei­ber­ling bestraft werden“.

Emo­tio­na­le pau­scha­le Behauptungen

Aber auch in per­sön­li­chen Gesprä­chen kom­men Emo­tio­nen hoch, etwa mit fol­gen­den pau­scha­len Behaup­tun­gen, benennt Mecht­hild Heil aus eige­nen Kom­­mu­­ni­­ka­­ti­ons-Erfah­­run­­­gen mit dem Bür­ger, fol­gen­de Behaup­tun­gen zusam­men­fas­send: „Die bekom­men alles, ich nix! Ich habe Abstiegs­ängs­te. Ich will ein­fach in Ruhe und unge­stört mein Leben leben. Ich füh­le mich Ent­schei­dun­gen hilf­los aus­ge­setzt. Aber ich bin doch das Volk. Wie­so wol­len wir mit der gan­zen Welt Han­del trei­ben? Wie­so sind unse­re Gren­zen offen. Mir reicht, wenn Deutsch­lad groß und mäch­tig ist. Die ande­ren brau­chen wir nicht“.

Sol­chen Behaup­tun­gen setz­te die ört­li­che Direkt­kan­di­da­tin der CDU zur Bun­des­tags­wahl 2017, Mecht­hild Heil, detail­ier­te Fak­ten ent­ge­gen zur geleb­ten Soli­da­ri­tät in Deutsch­land, zum christ­li­chen Men­schen­bild und der „Sche­re zwi­schen Arm und Reich“. Die „Angst für Deutsch­land“ rela­ti­vie­re sich durch Fak­ten wie: „Die Zahl der ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten steigt, die Zahl der Arbeits­lo­sen und gering­fü­gig Beschäf­tig­ten geht zurück. Und: Die Wirt­schaft brummt, die Löh­ne und Ren­ten stei­gen und unser Wachs­tum ist wei­ter soli­de.“ Es gebe kei­ne Anzei­chen, dass dies in den nächs­ten Jah­ren nicht so sein wird, dar­um soll­ten wir uns nichts ande­res ein­re­den lassen.

Die Welt war­tet nicht auf uns…

Wenn wir unse­ren Wohl­stand, unse­ren Frie­den, unse­re Frei­heit erhal­ten wol­len, dür­fen wir uns nicht zurück­leh­nen, aus­ru­hen und uns ein-igeln. Wenn wir unse­re Wer­te erhal­ten wol­len, dann wer­den wir Deut­sche allei­ne nicht weit kom­men, son­dern nur im euro­päi­schen Ver­bund, der 7 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung aus­macht (Deutsch­land: 1 Pro­zent). Die Welt war­tet nicht auf uns – sie schrei­tet vor­an, mit oder ohne uns, “ so Mecht­hild Heil mit der Final­fra­ge: „Wem traue ich die Lösung unse­rer Pro­ble­me zu – Ideen von LePen, Putin oder Trump? Einer Frau von Storch, Frau Petry oder den Her­ren Meu­then und Pret­zell? Ich traue kei­nen von denen! Ich ver­traue Ange­la Mer­kel“, so ihr Fazit unter Hin­weis „auf deren Zuver­läs­sig­keit und über­all aner­kann­tem Enga­ge­ment, auf christ­li­chen Grund­wer­ten begrün­det, weit weg von Populismus.“

Gemein­sam­kei­ten stärken

Bereits in sei­ner Begrü­ßungs­re­de hat­te CDU-Vor­­­si­t­­zen­­der Bern­hard Mau­el gemein­sa­mes Zusam­men­wir­ken in der Poli­tik als Erfolgs­re­zept mit prak­ti­schen Bei­spie­len dar­ge­legt. Dabei beleg­ten fol­gen­de Stich­wor­te ein brei­tes Erör­­te­­rungs-Feld, das er mit bemer­kens­wer­ten Denk­an­sät­zen und Erfah­rens­wer­ten beleg­te: EU, Ber­li­n­at­ten­tä­ter, Sil­ves­ter in Köln, (Haus­halt-) Situa­ti­on in Rhein­land Pfalz und in May­en. „Wir in der CDU haben uns immer als euro­päi­sche Befür­wor­ter gese­hen. Es gilt, in der EU wie­der auf Erfolgs­kurs zu kom­men. Die Bri­ten wer­den nach ihrem Aus­tritt aus der EU kein Erfolgs­kon­zept ent­wi­ckeln kön­nen“, so Mau­el, der als aktu­el­le Erfor­der­nis­sen in der Deut­sch­­land-Poli­­tik bei­spiel­haft fol­gen­de Fest­stel­lun­gen traf: „Die von de Mai­zie­re for­mu­lier­ten Gehei­m­­dienst-Erfor­­der­­nis­­se las­sen sich nur rea­li­sie­ren, wenn die Län­der ‘mit gehen´. Als Kon­se­quen­zen aus dem Ber­­lin-Atten­­tat gilt es, nicht nur einen här­te­ren Kurs zu pro­pa­gie­ren, son­dern die Repa­ra­tur des­sen, was aus den Fugen gera­ten ist. Und: Ich rate drin­gend, dass wir alle hin­ter unse­ren Sicher­heits­kräf­ten ste­hen! Das was Frau Peter abge­son­dert hat, dür­fen wir nicht wider­stands­los hin­neh­men. Sys­tem­de­fek­te im Den­ken die­ser grü­nen Leu­te wer­den durch sol­che Äuße­run­gen deut­lich“, so Mau­el. In der Lan­des­re­gie­rung von Rhein­­land-Pfalz sei Rai­ner Brü­der­le der letz­te Infra­­stru­k­­tur-ori­en­­tier­­te Minis­ter gewe­sen, begrün­de­te der CDU-Vor­­­si­t­­zen­­de sei­ne Mei­nung mit den aktu­el­len Stich­wor­ten „Auto­bah­nen, Hahn, Chi­­ne­­sen-Enga­­ge­­ment und Kommunen-Belastung“.

In der städ­ti­schen Poli­tik habe sich das Zusam­men­wir­ken zwi­schen CDU- und SPD-Frak­­ti­on bewährt. Zuletzt sei dies bei der städ­ti­schen Haus­halts-Auf­­stel­­lung deut­lich gewor­den. „Ich ken­ne aus drei Jah­ren kei­nen ver­nünf­ti­gen Ein­­s­pa­­rungs-Vor­­­schlag von unse­rem OB Treis. Das muss­ten wir im Rat dann machen, auch mit Unter­stüt­zung wei­te­ren Rats­kol­le­gen. Aber im OB-Wahl­­kampf kat­te er ja schon zu sei­nem Pro­gramm erklärt, dass er kei­nes hat…“

Das Zusam­men­wir­ken ver­schie­de­ner  poli­ti­scher Far­ben wur­de bereits bei der Begrü­ßung der gela­de­nen Gäs­te durch Bern­hard Mau­el deut­lich und von ihm mit Bei­spie­len kom­men­tiert. Da „pass­te“ gera­de­zu der gelun­ge­ne fina­le Abschluss des Neu­­jahrs-Tre­f­­fens mit dem Ein­marsch der Maye­ner Kar­ne­va­lis­ten unter Füh­rung des Vor­sit­zen­den der „Alten Gro­ßen“  Chris­toph Schwab, auch ohne Prinz, aber mit den zwei neu­en Ordens­trä­gern Mecht­hild Heil und Bern­hard Mauel.

© Blick aktu­ell — die Hei­mat­zei­tung vom 17.1.2017 (Die­ter Preß)