25. Janu­ar 2020

Wie transportiert man glühendheißes Aluminium — Sandra Karduck mit der CDU Mayen zu Besuch bei Bartz Maschinenbau

Ein wenig ver­steckt im Indus­trie­ge­biet Maye­ner Tal ist seit 1991 die Fir­ma Bartz Maschi­nen­bau GmbH behei­ma­tet. Das von Hans-Jür­­gen Bartz Ende der 1980er Jah­re, zunächst im Wes­ter­wald gegrün­de­te Unter­neh­men ist nicht auf­grund sei­ner geo­gra­phi­schen Lage ein wie man Neu­deutsch sagt „hid­den Cham­pion“, son­dern der Maschi­nen­bau­be­trieb hat sich zu einem welt­weit füh­ren­den Her­stel­ler von Anla­gen für die Alu­mi­ni­um­in­dus­trie ent­wi­ckelt. Bartz stellt Schmelz­öfen für Alu­mi­ni­um her, in denen Alu­mi­nu­im­schrot­te oder Rohalu­mi­num hoch­ef­fi­zi­ent ein­ge­schmol­zen wer­den kön­nen. Bin­nen weni­ger Stun­den kön­nen mit die­sen Öfen schon ein­mal 40 Ton­nen des Metalls auf über 1000 Grad erhitzt wer­den, um dann etwa für den Guss von Motor­blö­cken oder Bau­kom­po­nen­ten in der Flug­zeug­indus­trie Ver­wen­dung zu fin­den. Erwäh­nens­wert ist an die­ser Stel­le, dass beim Recy­cling nur etwa 6% der Ener­gie auf­ge­wen­det wer­den muss, die bei der extrem ener­gie­in­ten­si­ven Her­stel­lung von Prim­är­al­u­mi­num aus Erzen nor­ma­ler­wei­se benö­tigt wird. Um den Mit­glie­dern des CDU Stadt­ver­bands eine Vor­stel­lung der Grö­ßen­ord­nung die­ser Anla­gen zu ver­mit­teln, führ­ten Hans-Jür­­gen Bartz und Tobi­as Harner die Grup­pe durch die ver­schie­de­nen Pro­duk­ti­ons­hal­len am Stand­ort May­en. Hier stan­den gera­de zwei im Bau befind­li­che Schmelz­l­öfen, deren Eigen­ge­wicht nach der Mon­ta­ge 250 Ton­nen betra­gen kann. Rie­si­ge Hal­len­krä­ne erlau­ben es, die­se Öfen in zer­leg­ter Form mit Schwer­last­trans­por­ten zum End­kun­den zu beför­dern. Dar­über hin­aus baut Bartz auch noch Tie­gel für den Trans­port von flüs­si­gem Alu­mi­ni­um über die Stra­ße. In die­sen gro­ßen „Koch­töp­fen“ kann das flüs­si­ge Metall mit einer Tem­pe­ra­tur von 800 Grad und mehr von dem Schmelz­be­trieb über vie­le hun­dert Kilo­me­ter zu den Ver­ar­bei­tern etwa in der Auto­mo­bil­in­dus­trie trans­por­tiert werden.

Bartz beschäf­tigt momen­tan in May­en 52 Mit­ar­bei­ter, wei­te­re 10 sind in der Nie­der­las­sung in Chi­na ange­stellt. Es wird zur­zeit in 5 ver­schie­de­nen Beru­fen aus­ge­bil­det. Hier­un­ter sind auch Aus­zu­bil­den­de im Bereich der Elek­tro­tech­nik, da die Auto­ma­ti­sie­rung ein immer wich­ti­ger wer­den­des Betä­ti­gungs­feld wird. Momen­tan machen hier drei jun­ge Men­schen ein dua­les Stu­di­um und wer­den so fit für die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft gemacht. Die­se Her­aus­for­de­run­gen waren dann auch The­ma bei dem anschlie­ßen­den Gespräch der OB-Kan­­di­­da­­tin der CDU San­dra Kar­duck, den Mit­glie­dern des CDU-Vor­­­stands und der Geschäfts­füh­rung. Hier konn­te Hans-Jür­­gen Bartz inter­es­san­te Ein­bli­cke in das Geschäft mit Chi­na geben, die die Teil­neh­mer durch­aus nach­denk­lich stimm­ten. Nach­denk­lich stimm­ten auch die Hin­wei­se des Geschäfts­füh­rers zum Indus­trie­stand­ort Deutsch­land. Eini­ge sei­ner Kun­den bekom­men den Wan­del in der Auto­mo­bil­in­dus­trie haut­nah zu spü­ren. Die Abkehr vom Ver­bren­nungs­mo­tor lässt auch die Nach­fra­ge nach Alu­mi­ni­um spür­bar sin­ken, da ins­be­son­de­re Motor­blö­cke oder ande­re Anbau­tei­le in moder­nen Fahr­zeu­gen aus dem edlen Roh­stoff her­ge­stellt wer­den. Trotz­dem, das Unter­neh­men Bartz hat auch auf­grund sei­ner Fle­xi­bi­li­tät in einem spe­zia­li­sier­ten Welt­markt vol­le Auf­trags­bü­cher und könn­te deut­lich mehr Fach­per­so­nal beschäf­ti­gen – wenn es denn ent­spre­chen­de Fach­ar­bei­ter oder Fach­ar­bei­te­rin­nen in der Regi­on gäbe. Die Rekru­tie­rung von Per­so­nal ist zu einer immens wich­ti­gen Auf­ga­be gewor­den. Bartz Maschi­nen­bau ist sicher­lich auch für inter­es­sier­te Schüler/innen oder Studenten/innen eine sehr emp­feh­lens­wer­te Anlauf­stel­le für eine fun­dier­te Aus­bil­dung oder ein Praktikum.

San­dra Kar­duck und der Vor­stand der CDU-May­­en mit Mar­tin Reis uns Chris­toph Rosen­baum bedank­ten sich mit einer guten Fla­sche Rot­wein von der Ahr bei Hans-Jür­­gen Bartz und Tobi­as Harner für die beein­dru­cken­de Betriebs­füh­rung und ver­spra­chen Hans-Jür­­gen Bartz ins­be­son­de­re ihre Unter­stüt­zung bei dem Wer­ben um die Aus­bil­dung in tech­ni­schen Berufen.